Home Medizin Darmsignatur für behandlungsresistente Schizophrenie?

Darmsignatur für behandlungsresistente Schizophrenie?

von NFI Redaktion

Erwachsene mit resistenter Schizophrenie weisen im Vergleich zu ihren Kollegen, die auf die Behandlung ansprechen, erhebliche Unterschiede im Darmmikrobiom auf. Forscher spekulieren, dass diese Erkenntnis auf die Behandlung mit Clozapin zurückzuführen sein könnte.

Laut Dr. Darryl Eyles und seinen Kollegen von der University of Queensland in Brisbane, Australien, könnte dieser Unterschied auf durch Clozapin verursachte Veränderungen im Darm zurückzuführen sein. Es ist jedoch auch möglich, dass bereits bestehende Unterschiede im Mikrobiom zur Therapieresistenz beitragen.

Die Studie, die am 31. Januar 2024 online in JAMA Psychiatrie veröffentlicht wurde, betont die Frage, ob die Einnahme von Clozapin das Darmmikrobiom verändert oder ob bereits zuvor vorhandene Bakterien die Wirkung von Antipsychotika beeinflussen und somit Behandlungsresistenzen verursachen.

Signatur der Behandlungsresistenz?

Bis zu 30 % der Menschen mit Schizophrenie sind behandlungsresistent und leiden trotz zwei oder mehr antipsychotischer Behandlungsversuche an anhaltenden Symptomen. Die Rolle des Darmmikrobioms bei Schizophrenie, auch in Bezug auf das Ansprechen auf die Behandlung, bleibt unklar.

Um dies zu untersuchen, führten die Forscher eine Metagenomik an Stuhlproben von 97 Personen aus vier verschiedenen Gruppen durch. Sie beobachteten robuste taxonomische und funktionelle Mikrobiom-Zusammenhänge mit Schizophrenie und Behandlungsresistenz.

Die Studie liefert weitere Beweise dafür, dass das Darmmikrobiom an behandlungsresistenter Schizophrenie beteiligt ist. Die Ergebnisse ergänzen bestehende Arbeiten zu diesem Thema und deuten auf potenzielle Auswirkungen auf das mechanistische Verständnis und die Therapie hin.

Expertenmeinungen

Ein Experte betonte jedoch, dass die meisten Erkenntnisse eher Zusammenhänge als kausaler Natur sind und dass weitere Forschung erforderlich ist, bevor klinische Anwendungen möglich sind.

Die Studie liefert Einblicke in die Unterschiede zwischen behandlungsempfindlicher und behandlungsresistenter Schizophrenie sowie zwischen Schizophrenie und Menschen ohne Schizophrenie im Hinblick auf das Darmmikrobiom. Es wird jedoch betont, dass diese Informationen derzeit nicht für den klinischen Einsatz bereit sind.

Die Studie wurde teilweise von Metro South Health Research, dem Princess Alexandra Hospital und dem National Health and Medical Research Council unterstützt. Die Autoren hatten keine relevanten Angaben.

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