Home Medizin COST Action schließt die Lücke in der Krebsimmuntherapieforschung

COST Action schließt die Lücke in der Krebsimmuntherapieforschung

von NFI Redaktion


Krebs ist weltweit immer noch eine der häufigsten Todesursachen. Schätzungsweise gab es 20 Millionen neue Krebsfälle und 10 Millionen Todesfälle weltweit. Diese Belastung wird voraussichtlich um fast 60 % zunehmen. Das wird zu physischen, emotionalen und finanziellen Belastungen für Einzelpersonen, Familien, Gemeinschaften und das Gesundheitssystem führen.

Trotz dieser Herausforderungen haben bahnbrechende Fortschritte bei der Krebsbehandlung durch Immuntherapie beeindruckende Ergebnisse gezeigt, insbesondere bei bisher unbehandelbaren Krebsarten wie dem metastasierten Melanom. Allerdings stehen diese Behandlungen aufgrund ihrer begrenzten Wirksamkeit und der damit verbundenen Nebenwirkungen vor Herausforderungen.

Um diese Hürden zu überwinden und Immuntherapien sicherer und wirksamer zu machen, ist es entscheidend, unser Verständnis der komplexen Wechselwirkungen zwischen Krebszellen und dem Immunsystem zu vertiefen. Ein großes Hindernis bei dieser Forschung ist der Mangel an genauen präklinischen Modellen, die die menschliche Immunität originalgetreu nachahmen. Diese Modelle sind unerlässlich, um neue therapeutische Ziele zu identifizieren, Biomarker für das Ansprechen auf die Behandlung und Nebenwirkungen zu verstehen und zuverlässige Daten darüber zu generieren, wie verschiedene Medikamente zusammenarbeiten können.

Einführung des COST Action IMMUNO-Modells

Um die Komplexität der Immunantwort im Kontext der Krebsimmuntherapie zu untersuchen und zu verstehen, ist eine intensive Kommunikation zwischen Immunologen und Krebsforschern erforderlich. Diese Zusammenarbeit ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung und Weiterentwicklung neuer Protokolle und Strategien, mit denen die noch offenen Fragen im Bereich der Krebsimmuntherapie wirksam angegangen werden können.

Daher ist weitere Forschung auf diesem Gebiet erforderlich, da standardisierte präklinische Modelle fehlen, um diese Mechanismen und Ursachen von Resistenzen weiter zu untersuchen.

Das COST Action Modeling Immunotherapy Response and Toxity in Cancer (IMMUNO-Modell) hat ein Netzwerk von Forschern aufgebaut, die an der Entwicklung und Implementierung experimenteller Modelle beteiligt sind. Das Ziel ist es, die Lebensqualität und die Überlebensrate der Patienten zu steigern, indem die Resistenzursachen erforscht werden.

Unser Ziel ist es, klinische und Grundlagenforscher, Industrie, Patienten und andere wichtige Interessengruppen zusammenzubringen, um präklinische Designs schnell und effizient zu verbessern und umzusetzen und uns dabei zu helfen, die Immuntherapie möglichst vielen Patienten zugänglich zu machen.

Dr. Eva Martinez-Balibrea, Vorsitzende des IMMUNO-Modells

Das IMMUNO-Modell vereint derzeit mehr als 250 Forscher und Wissenschaftler aus 28 Ländern mit unterschiedlichem Hintergrund und unterschiedlichen Disziplinen, die von der Grundlagenforschung bis zur klinisch orientierten Forschung reichen, einschließlich Wissenschaft und Industrie. Diese COST-Aktion wurde im November 2022 gestartet, um ein Netzwerk von Wissenschaftlern aufzubauen, das die immunonkologische Forschung durch die Förderung, den Austausch und die Standardisierung von Anwendungen präklinischer Immuntherapiemodelle unterstützt.

IMMUNO-Modell artikuliert seine Arbeit in fünf Arbeitsgruppen mit jeweils eigenen Zielen und Aktivitäten. Die Ergebnisse werden dann geteilt, um verbesserte Instrumente für die Immuntherapieforschung bereitzustellen und einen stärkeren Einfluss auf das Leben von Krebspatienten zu erzielen. „IMMUNO-Modell ist ein Zusammenschluss von fünf Arbeitsgruppen, die sich auf ein breites Spektrum an In-vitro-, Ex-vivo- und In-vivo-Modellen für solide und hämatologische Tumoren sowie auf die Kommunikation unserer Aktivitäten innerhalb der Aktion konzentrieren.“ fügt Dr. Laura Belver, Leiterin der Arbeitsgruppe, hinzu.

Um die Komplexität besser zu verstehen, hat das IMMUNO-Modell ein Video veröffentlicht „Entdecken Sie, wie präklinische Modelle die Immuntherapie bei Krebs fördern werden.“

Die durch die Arbeitsgruppen orchestrierten Kooperationsbemühungen des Netzwerks werden voraussichtlich wirkungsvolle Ergebnisse liefern. Der Fokus auf eine Vielzahl experimenteller Modelle, wie sie im IMMUNO-Modell zusammengefasst sind, unterstreicht unseren umfassenden Ansatz. Es wird erwartet, dass der bevorstehende Austausch der Ergebnisse fortschrittliche Werkzeuge für die Immuntherapieforschung liefern wird.

Das ultimative Ziel dieser Aktion besteht darin, dazu beizutragen, neue wissenschaftliche Entdeckungen in Vorteile für Krebspatienten und die Gesellschaft umzusetzen. Die Ergebnisse werden für die Klinik von großem Nutzen sein, da das gewonnene Wissen wesentliche experimentelle Beweise liefern wird, die das Design neuer klinischer Studien unterstützen. Dies erhöht wiederum ihre Erfolgswahrscheinlichkeit und hat direkte Auswirkungen auf die Lebensqualität und das Überleben von Krebspatienten.

Quelle:

Europäische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Technologie (COST)

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