Cannabis sowie wird schon seit vielen Jahrtausenden angebaut und wurde nicht nur als Nutz- und Heilpflanze genutzt, sondern es wurden auch Butter und Öl aus dem Hanfsamen gepresst. Durch das Verbot in den 1930er Jahren gab es nur sehr wenige Forscher, die trotz Verbot die Pflanze genauer untersuchten. Doch erst in jüngster Zeit wurden die zahlreichen Cannabinoide entdeckt und haben an Bedeutung gewonnen. So auch CBG Öl, welches praktisch die Stammzelle der Cannabispflanze ist. Auch wenn hier noch einige Untersuchungen durchgeführt werden müssen, ist CBG Öl eine sehr vielversprechende Verbindung, auf die wir hier näher eingehen werden.

Was sind Cannabinoide?

Cannabinoide sind chemische Verbindungen, die nur in der Hanfpflanze vorkommen. Bei der Erforschung der Cannabinoide sind die Wissenschaftler auf das körpereigene Endocannabinoid System (ECS) gestoßen und stellten fest, dass diese auch im Menschen vorkommen. Nach weiteren Nachforschungen stellte sich heraus, dass der menschliche Körper über Cannabinoid Rezeptoren verfügt, an die die Cannabinoide andocken. Somit werden die Rezeptoren aktiviert und beeinflussen die Freisetzung von Neurotransmittern im Gehirn.

Dabei gibt es zwei bekannte Cannabinoid Rezeptoren, die als CB1 und CB2 bezeichnet werden. Da sie sich in unterschiedlichen Bereichen des Körpers befinden, können sie praktisch den gesamten Körper beeinflussen und wirken sich auf den Schlaf, die Nerven, wie auch den Magen-Darm-Trakt und das Gehirn aus.

Das bekannteste Cannabinoid ist THC, weshalb fast jeder direkt an Drogen denkt, wenn es um Cannabis geht. Doch auch CBD ist sehr bekannt und erlebt geraden einen Hype der Extraklasse. Dabei wirken beide Cannabinoide sehr unterschiedlich und heben teilweise auch die Wirkung des anderen auf.

Weiterhin gibt es noch mehr als 100 weitere Cannabinoide, die jedoch noch alle nicht so gut wie THC und CBD erforscht sind. Jedoch kann man einigen bereits eine Einzeleigenschaft zusprechen. Doch auch der menschliche Körper stellt Cannabinoide her, die dann als Endocannabinoide bezeichnet werden. Für das körpereigene Endocannabinoid System sind die Endocannabinoide unverzichtbar, wenn es um die einzelnen Funktionen des Körpers geht. Tritt ein Mangel der körpereigenen Cannabinoide auf, kann es zu Erkrankungen und körperlichen Beschwerden kommen. Mukoviszidose ist beispielsweise eine Krankheit, die durch den Endocannabinoid Mangel entstehen kann.

Was genau tun Cannabinoide?

Cannabinoide docken an die Cannabidiol Rezeptoren 1 und 2 an. Dabei sind sie für die Regulierung der Signalweitergabe der Nerven wichtig. Diese Neurotransmitter regulieren die Aktivität der Botenstoffe im Gehirn und bringen Sie ins Gleichgewicht. Zu den Botenstoffen zählen unter anderem Serotonin, Dopamin oder auch Noradrenalin. Kommt es zu einem Überschuss oder einem Mangel der Botenstoffe, können Krankheiten ausgelöst werden. Das Endocannabinoid System reguliert diese Unterversorgung oder die Überschüsse im Nervensystem.

Vorteil dabei ist, dass die Cannabinoide in beide Richtungen regulieren können, was heißt, dass sie für unseren Körper besonders wichtig sind. Diese Funktion erklärt aber auch, warum die Cannabinoide wie CBG, CBD oder auch CBN so ein breites Wirkspektrum haben und so gut auf den Körper einwirken können.

Anhand eines Beispiels kann dies gut erklärt werden:

Die CB1 Rezeptoren sind für die Schmerzbekämpfung zuständig. Bei einer Migräne Attacke bekommen die CB1 Rezeptoren nicht genügend Botenstoffe, weshalb sie die Schmerzregulierung nicht mehr vornehmen können. Werden nun Cannabinoide von außen zugeführt, können die Neurotransmitter besser versorgt werden und das Schmerzempfinden kann dann wiederum gedrosselt werden. Innerhalb kürzester Zeit sind so die Migräne Kopfschmerzen gelindert.

Gleiches gilt auch für Übelkeit, Hyperaktivität oder Angststörungen und Epilepsie. Alle diese Krankheiten werden durch das Endocannabinoid System reguliert und mit Cannabinoiden, die von außen zugeführt werden, können die Beschwerden deutlich abgeschwächt werden.

Der CB2 Rezeptor hingegen ist für das Immunsystem zuständig und dieser nimmt jeden Erreger, jeden Virus und alle Bakterien wahr, die in unseren Körper eindringen. Sobald ein schädlicher Einfluss im Körper registriert wurde, versuchen die CB2 Rezeptoren den Schaden abzuwenden, in dem sie die Erreger abschwächen oder sie komplett aus dem Weg räumen. Zudem sind die CB2 Rezeptoren auch dafür da, um dem Körper bei der Regeneration zu helfen. Somit reparieren die CB2 Rezeptoren auch angegriffene Zellen.

Gleichzeitig dienen die CB2 Rezeptoren auch dafür, um Entzündungen abzuschwächen oder zu hemmen. Dies heißt, dass die Endocannabinoide entzündungshemmend wirken. Liegt jedoch ein Mangel der Endocannabinoide vor, müssen Cannabinoide, wie CBD oder CBG von außen zugeführt werden, um die CB2 Rezeptoren zu unterstützen.

Welche Cannabinoide gibt es?

Die wohl bekanntesten Cannabinoide sind THC und CBD. Beide Verbindungen sind für eine Vielzahl an Wirkweisen bekannt und haben ein sehr hohes Potenzial bei Krankheiten unterstützend eingesetzt zu werden. Während das Cannabidiol CBD keine psychoaktive und berauschende Wirkung hat, ist THC der Stoff, der high macht und wird daher von Cannabisnutzern sehr geschätzt. Allerdings ist THC bzw. Cannabis in illegal. CBD hingegen ist legal erhältlich, wenn die CBD Produkten einen THC Anteil unter 0,2 Prozent haben.

Doch Cannabis hat noch viel mehr zu bieten und sollte nicht nur auf CBD und THC beschränkt werden. Denn auch die anderen Cannabinoide sind nicht zu unterschätzen, da auch sie hervorragende gesundheitsfördernde Wirkungen haben. Auch wenn die Erforschung dieser Cannabinoide noch am Anfang steht, zeigt sich bereits jetzt, welches Potenzial CBG, CBN und die vielen anderen Cannabinoide haben.

CBDA

CBDA ist die saure Vorstufe von CBD und wird eigentlich in der Cannabispflanze gebildet. Wird das CBDA decarboxyliert, entsteht CBD. CBDA ist die erste Cannabinoidsäure, die im Jahre 1955 isoliert und beschrieben wurde. Jedoch wurde diese Verbindung bisher nicht sonderlich auf ihren Nutzen hin untersucht.

Die wenigen Studien und Untersuchungen, die stattfanden, belegten allerdings, dass CBDA eine antimikrobielle Wirkung hat. Zudem soll CBDA einen entzündungshemmenden und antiproliferativen Effekt haben. Dies muss jedoch noch genauer untersucht werden.

Cannabidiol (CBD)

CBD zählt zu den wichtigsten nicht-psychoaktiven Cannabinoiden der Cannabispflanze. Es wird von den Hanfderivaten gebildet und es kommt in unterschiedlicher Menge in den verschiedenen Cannabissorte vor. Aufgrund seines therapeutischen Nutzens wurde CBD in den letzten Jahren gut erforscht und hat vor allem in den Bereichen Medizin und Gesundheit eine massige Zugkraft gewonnen. Dabei wurde in Untersuchungen festgestellt, dass CBD eine angstlösende Wirkung besitzt, da es auf die limbischen paralimbischen Regionen im Gehirn einwirken kann. Doch auch der entzündungshemmende und antioxidative Effekt von CBD sind nicht von der Hand zu weisen. Weiterhin hat CBD eine immunmodulierende und antiepileptische Wirkung, weshalb mittlerweile auch Epilepsie Medikamente mit CBD erhältlich sind und viele Menschen inzwischen das CBD Öl für sich entdeckt haben. In der Zwischenzeit gibt es Cannabissorten, die einen deutlich höheren CBD Anteil haben und gleichzeitig über eine sehr niedrige Konzentration von THC verfügen. Diese werden vor allem für die Herstellung von CBD Extrakten verwendet, da hier nur ein THC Anteil von 0,2 Prozent gesetzlich erlaubt ist.

Cannabicheromen (CBC)

CBC ist bisher am wenigsten erforscht. Dabei findet sich in den Cannabispflanzen eine sehr hohe Konzentration. Diese liegt, wie andere Cannabinoide auch in der sauren Form, also in Form von CBCA vor. Wie bisher bekannt ist, hat CBC eine sedative sowie eine analgetische Wirkung. Zudem soll es die analgetische Wirkung von THC verstärken, wenn beide Cannabinoide in Kombination eingenommen werden.

Cannabigerol (CBG)

Cannabigerol ist eines der wichtigsten Cannabinoide, da es praktisch die Stammzelle vieler andere Cannabinoide ist. Bereits in der Wachstumsphase bildet sich CBG und je älter die Pflanze ist, desto weniger CBG ist darin enthalten. Dieser Vorläufer der zahlreichen Cannabinoide wandelt sich im Laufe der Zeit über eine enzymatische Aktivität in THC, CBD und viele andere Cannabinoide um. Aus diesem Grund ist der CBG Gehalt in jungen Pflanzen am Höchsten. Denn durch die chemische Reaktion wird CBG in andere Cannabinoide umgewandelt und ist dann bei der Ernte nur noch in sehr geringer Konzentration vorzufinden. Um jedoch CBG-haltige Öle und CBG Produkte herzustellen, müssen die Cannabispflanzen praktisch sehr früh geerntet werden. Wie in Studien und Untersuchungen herausgefunden wurde, hat CBG ebenfalls einen sehr hohen therapeutischen Nutzen. Dabei konnte festgestellt werden, dass CBG vor allem mit den CB1 Rezeptoren agiert und diese aktiviert. Zudem ist CBG analgetisch und entzündungshemmend. Durch seine nicht berauschende Wirkung wird es in die Kategorie von CBD eingestuft, da es ein sehr hohes therapeutische Potenzial hat. Diese muss jedoch noch weiter erforscht werden, denn auch hier stehen die Wissenschaftler noch ganz am Anfang. Gesagt werden kann jedoch, dass CBG eine Antitumorfunktion hat und auch die Aggregation der Blutplättchen hemmen kann.

Cannabinol (CBN)

Cannabinol ist ebenfalls sehr entscheiden, da dieses Cannabinoid bereits im Jahre 1940 entdeckt wurde. Jedoch fehlen hier Aufzeichnungen bzw. die Beschreibung des Stoffes. Sehr interessant ist dabei, dass CBN nicht über den Stoffwechselprozess der Pflanze gebildet wird, sondern eher im Nachgang, während der Verarbeitung. CBN wird durch den Abbauprozess von THC gebildet. Was heißt, dass während der Trocknung, Lagerung und der Erhitzung erst CBN entsteht. Somit wirkt CBN auch psychoaktiv, aber nur in sehr geringem Maße. Forscher vermuten außerdem, dass CBN in Wechselwirkung mit THC steht, und kann somit die Wirkung von THC vermitteln.

CBN hat auch ein sehr großes Potenzial und wirkt antikonvulsiv, was vor allem Patienten mit Epilepsie zugutekommt. Doch auch der sedative Effekt von CBN ist nicht zu unterschätzen. Die Herzfrequenz konnte in Untersuchungen gesenkt werden, ohne dass der koronare Blutfluss beeinflusst wurde. Zudem wurde die Darmmotilität verringert und die Thrombozytenaggregation gehemmt.

Tetrahydrocannabinol (THC)

Das wohl bekannteste Cannabinoid ist definitiv THC. Spricht man von Cannabis, denken viele sofort an den Rausch, der damit verbunden ist. THC hat eine psychoaktive Wirkung und ist für den Rausch beim Marihuanakonsum verantwortlich. Aus diesem Grund fällt Cannabis auch in den meisten Ländern unter das jeweilige Betäubungsmittelgesetz und ist noch immer in den meisten Ländern verboten. Allerdings ist dies gerade im Wandel und immer mehr Länder legalisieren Cannabis.

THC gibt es, wie viele andere Cannabinoide in einer sauren und einer aktiven Form. Die Cannabispflanze bildet THCA, ein Stoff, der nicht psychoaktiv ist. Nach der Decarboxylierung hingegen wird aus THCA der Stoff THC, der dann wiederum berauschend wirkt. Zudem wurde belegt, dass THCA eine Arzneimittelwirkung hat, und kann bei neurodegenerativen Erkrankungen eingesetzt werden. Zudem wirkt der Stoff entzündungshemmend, antiproliferativ sowie antiemetisch.

Durch die Erhitzung von THCA wird der Stoff zu THC umgewandelt und agiert dann mit dem CB1 wie auch mit den CB2 Rezeptoren. Dabei kann es für Menschen mit Depressionen und Angststörungen großen Nutzen haben, da Forscher feststellten, dass THC anxiolytisch und antidepressiv wirkt.

Weiterhin soll THC den Augeninnendruck senken und auch die Durchblutung verbessern, was heißt, dass es als Behandlung von grünem Star eingesetzt werden könnte. Ebenso konnte in Untersuchungen belegt werden, dass es möglicherweise zur Behandlung des Reizdarmsyndroms sowie Morbus Crohn eingesetzt werden könnte.

Ein weiterer Vorteil von THC, der vor allem in der Krebsmedizin von großer Bedeutung sein könnte ist die appetitanregende Wirkung. Krebspatienten könnte dies zugutekommen, da sie oftmals keinen Hunger haben und gerade dies verheerende Folgen hat, da sie zu Kräften kommen müssen.

CBG ÖL – Was ist das eigentlich?

Cannabigerol oder auch CBG genannt ist ein Phytocannabinoid, welches in der Hanfpflanze vorkommt. Dabei hat es eine nicht psychoaktive Wirkung, wie in Untersuchungen an Mäuse und Ratten belegt werden konnte.

Erstmals entdeckt wurde CBG im Jahre 1964. Dabei ist Cannabigerol eines der ersten Cannabinoide, die in der Cannabispflanze gebildet wird und ist somit eine Stammzelle der Hanfpflanze. Reift die Pflanze, nimmt der Anteil an CBG ab. Dies geschieht daher, da während der Reifung das CBGA durch Enzyme in verschiedene andere saure Cannabinoide umgewandelt wird. So entstehen dann THCA, CBDA und auch CBCA. Werden die Pflanzenteile dann getrocknet, gehärtet und erhitzt, bilden sich die sauren Cannabinoide in nicht saure Cannabinoide und somit zu CBD, CBC und THC.

Bei der Erforschung von CBG wurde zudem festgestellt, dass CBD mit dem CB1 Rezeptoren des Endocannabinoid Systems agiert. Dabei wird vermutet, dass CBG die Wirkung von THC hemmt und somit die psychoaktive Wirkung von THC abschwächt. Doch es ist auch möglich, dass CBG andere Cannabinoide in der Wirkung stört. Dies muss jedoch noch weiter erforscht werden.

CBG hat ein sehr hohes medizinisches Potenzial. Auch wenn die Erforschung von Cannabigerol noch in den Kinderschuhen steckt, deutet jedoch sehr viel auf das hohe Potenzial hin. Es zeigte sich zu dem in den wenigen Untersuchungen von Cannabigerol, dass der Stoff eine besondere Fähigkeit für die Behandlung von Krebs hat.

CBG Öl Studien

Es gibt zwar noch nicht viele Studien zu CBG, doch die wenigen, die vorhanden sind, zeigen das große Potenzial dieses Stoffes. Bisher wurden vor allem im Ausland Studien und Untersuchungen durchgeführt.

So haben beispielsweise Wissenschaftler an der University of Barcelona in Spanien den Stoff CBG sowie seine Eigenschaften etwas näher untersucht [1]. Die Untersuchung aus dem Jahr 2018 zeigt, dass CBG ein partieller Agonist der CB2 Rezeptoren ist. Dabei ist die Aktivität auf den CB1 Rezeptor zwar messbar, aber sehr gering. Zudem stellten die Wissenschaftler fest, dass CBG als Regulator der Endocannabinoid Signalgebung wirksam ist.

CBG Öl gegen oxidativen Stress und Entzündungen

Ebenfalls im Jahr 2108 wurde eine Untersuchung in Italien durchgeführt, bei der Wissenschaftler herausfanden, dass CBG eine zentrale Rolle bei Multiple Sklerose, Alzheimer, Parkinson und anderen neurodegenerativen Erkrankungen spielt. Interessant ist dabei, dass die natürlichen Verbindungen aus der Hanfpflanze neuroprotektive Effekte hervorrufen können und so gegen oxidativen Stress und Entzündungen vorgehen können und die neuronalen Zellen schützen. Insbesondere CBG gehört zu diesen Verbindungen und gerade deshalb hat CBG Öl einen so hohen Stellenwert. Denn insbesondere bei neurodegenerativen Erkrankungen spielen oxidativer Stress und Entzündungen eine sehr große Rolle.

Beide dieser Prozesse führen dabei zum Absterben neuronaler Zellen, was wiederum heißt, dass eine Degeneration ausgelöst und verstärkt wird. CBG kann, durch seine hervorragenden Eigenschaften, dem entgegenwirken.

Zudem konnte bereits gezeigt werden, dass die antioxidative Wirkung von CBG in den Zellen des Immunsystems nachwiesen werden konnte. Dies heißt, dass CBG besonders für Menschen mit der Huntington-Krankheit wie auch Personen, die an entzündlichen Darmerkrankungen leiden, von Cannabigerol profitieren können.

In einer neuen Studie wollten die Wissenschaftler ihr Wissen über die Eigenschaften von Cannabigerol vertiefen und die vorteilhaften Auswirkungen analysieren. [2] Das Ergebnis der Studie ist, dass CBG eine Art Schutzwirkung in einem In-vitro-Neuroinflammationsmodell ausübte. Zudem wurde das Absterben der neuronalen Zellen durch CBG gehemmt. Somit konnten auch oxidativer Stress und Entzündungen vermindert werden.

Aufgrund dieser hervorragenden Ergebnisse sind die Wissenschaftler davon überzeugt, dass CBG bei neurodegenerativen Erkrankungen von großem Vorteil sein kann.

CBG Öl in Bezug auf Grünen Star

In Studien, die schon vor einigen Jahren durchgeführt wurden, zeigt sich, dass CBG bzw. die Cannabigerolsäure eine positive Wirkung auf den Grünen Star hat. Das Problem dabei ist jedoch, dass aufgrund der Wasserunlöslichkeit von CBG noch keine Augentropfen gegen das Glaukom entwickelt werden konnten. Vor etwa einem Jahr, im April 2018 sollen Wissenschaftler der University of British Columbia eine Lösung gefunden haben, um Augentropfen mit CBG herzustellen.

Bisher bestand das Problem, dass die Augentropfen zwar eingesetzt wurden, diese aber nicht richtig aufgenommen wurden. Nur lediglich fünf Prozent der Tropfen verblieben im Auge und der Rest rann einfach weg. Somit erreichten die Tropfen nicht den hinteren Augenteil, was aber bei der Behandlung beim Glaukom besonders wichtig ist.

Die Forscher der University of British Columbia hingegen haben ein Hydrogel entwickelt, welches Nanopartikel und Cannabigerolsäure enthält. Bei einem Versuch an Schweinen tropfen die Forscher das Hydrogel auf die Hornhaut und es zeigte sich, dass die Aufnahme schnell erfolgte. Selbst der hintere Augenteil wurde durch das Hydrogel erreicht. Ein weiterer Vorteil dabei war aber auch, dass sich die Nanopartikel über Nacht auflösten und dann bis in die Hornhaut eindrangen, wenn das Hydrogel am Abend verabreicht wurde. [3]

CBG Öl und der neuroprojektive Effekt

Wie schon oben beschrieben, haben sich einige Cannabinoide als neuroprojektiv erwiesen und sind eine hervorragende Möglichkeit die Huntington-Krankheit damit zu behandeln. An der Universidad Complutense in Madrid haben Wissenschaftler die Auswirkungen von Cannabigerol untersucht. Dabei wurde in 2 verschiedenen In-vivo-Modellen untersucht und Cannabigerol zeigte sich in beiden Versuchsmodellen als Neuroprotektivum als sehr aktiv. Hierdurch können sich beispielsweise auch motorische Defizite verbessern. Weiterhin identifizierten die Forscher einige Gene, die mit der Huntington-Krankheit in Zusammenhang stehen und die Krankheit auslösen. Dies veranlasste die Wissenschaftler davon auszugehen, dass CBG allein oder auch in Kombination eine Möglichkeit der Behandlung von neurodegenerativen Erkrankungen sein könnte. [4]

Doch auch eine im Jahr 2012 veröffentlichte Studie im Journal of Neuroimmune Pharmacology zeigte die Wirkung von CBG auf Multiple Sklerose. Die Wissenschaftler der spanischen Vivacell Biotechnology zeigt, dass CBG ein potentes Neuroprotektivum und Antiphlogistikum ist. Die Forscher fanden heraus, dass Cannabigerol die Symptome von MS vermittelte. Gleichzeitig wurden aber auch Schlüsselgene moduliert, die an der Erkrankung von Multiple Sklerose beteiligt sind.

Somit könnte CBG ein wichtiger Helfer zur Linderung der Huntington-Krankheit und von Multiple Sklerose sein. Hier müssen natürlich noch weitere Untersuchungen und Studien folgen.

CBG Öl und die appetitfördernde Wirkung

In vielen Untersuchungen zeigte sich, dass THC eine appetitfördernde Wirkung hat. Aus diesem Grund ging man davon aus, dass dieser Effekt auf das THC zurückzuführen ist. Allerdings haben Wissenschaftler der University of Reading in Großbritannien festgestellt, dass der Cannabisextrakt, der kein THC enthielt, noch immer eine appetitanregende Wirkung hatte. Diese Umstände deuten darauf hin, dass Phytocannabinoide ebenfalls eine appetitfördernde Wirkung haben. Zu diesen Phytocannabinoiden zählt auch Cannabigerol.

Die im Jahr 2016 durchgeführte Studie belegt dies ganz klar. Die Ergebnisse dieser Untersuchung zeigen, dass CBG tatsächlich einen appetitanregenden Effekt hat. Die Häufigkeit der Mahlzeiten erhöhte sich, wobei sich die Latenz zum Füttern verringerte. Aus diesem Grund wäre es weiterhin wichtig, CBG in Bezug auf Essstörungen zu untersuchen und inwieweit sich CBG auf das Körpergewicht auswirkt. [5]

CBG Öl in der Krebsbehandlung

In einer Studie von israelischen Forschern [6] wurde die Wirkung von Cannabisextrakt auf adenomatöse Polypen sowie Darmkrebszellen untersucht. Dabei konnte festgestellt werden, dass CBG bei Darmkrebszellen einen Zellstillstand verursachte und zudem einen apoptotischen Zelltod auslöste. Eine ähnliche Studie zeigten italienische Forscher [7], die belegten, dass CBG vor einer Tumorentstehung im Darm schützen kann. Es wird vermutet, dass CBG das Zellwachstum der Krebszellen im Darm reduziert.

In anderen Studien konnte ebenfalls belegt werden, das CBG Auswirkungen auf Melanom hat und das Wachstum hindern kann. Dabei wurde die Anti-Krebs-Wirkung von CBG mit zahlreichen anderen Substanzen wie etwa Olivetol oder Geraniol untersucht. Bei allen Untersuchungen zeigte sich, dass CBG die Substanz war, die die höchste wachstumshemmende Aktivität bei Krebszellen hatte.

Ein 2011 veröffentlichter Artikel im British Journal of Pharmacology zeigt zudem sehr detailliert den Anti-Krebs-Effekt von CBG auf. Dabei werden zahlreiche Referenzen genannt. [8]

Leider wurden die Studien bisher nur an Tieren durchgeführt und es müssen noch viele weitere Untersuchungen und Studien folgen, um dies ausreichend zu belegen.

Die Kombination von Cannabigerol und anderen Cannabinoiden

Die Studie aus dem Jahr 2008 ist ebenfalls sehr interessant. Während es beispielsweise belegt ist, dass Manuka Honig gegen MRSA-Stämme vorgehen kann, konnten Forscher in dieser Studie beweisen, dass auch Extrakte von Cannabinol, Cannabichrome, Cannabidiol und Cannabigerol eine ähnliche Wirkung wie Antibiotika auf die MRSA-Stämme zeigte. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass der Extrakt ebenso wirksam sei wie Antibiotika und die Bakterienstämme abtöte.

Der Grund hierfür könnte sein, dass die Cannabispflanze gegenüber Bakterien eine Verteidigungswirkung hat. Daher kommt die Hanfpflanze fast ganz ohne Pestizide aus, da sie sich praktisch selbst schütze. Wie dieser Mechanismus vonstattengeht, ist jedoch noch nicht geklärt und muss noch untersucht werden.

CBG Öl – Die ersten Patente

Cannabinoide wie THC, CBD und auch CBG zeigen in der Zwischenzeit eine sehr vielversprechende Wirkung, um neuropathische Schmerzen zu lindern. Zudem behauptet ein 2011-Patent der beiden Pharma-Giganten GW Pharma und Otsuka Pharmaceutical, dass Cannabigerol wie auch CBC, CBDV und THCV helfen würden, neuropathische Schmerzen bei Mäusen zu lindern. Eine Untersuchung zeigte, dass Mäuse sich schneller von Schmerzen erholen würden, die durch chirurgisch indizierte Nervenschäden verursacht wurden.

Gerade diese Ergebnisse sind sehr wichtig, da ein neuropathischer Schmerz nicht auf die Behandlung mit Medikamenten anspricht und somit so gut, wie nicht behandelbar ist. Auch dies muss noch weiter untersucht werden, um eine endgültige Aussage treffen zu können.

CBG Öl besitzt jede Menge Potenzial, es muss eben nur noch ausreichend belegt werden. Dabei wird sich in den nächsten Jahren zeigen, wie wertvoll es ist. Zudem müssen Züchter eine spezielle Sorte entwickeln, die reich an CBG ist. Denn in Tests hat sich erwiesen, dass nach etwa 6 Wochen Pflanzenwachstum der CBG Gehalt am Höchsten ist. Je älter die Cannabispflanze ist, desto geringer ist der Anteil an CBG, da dieser während der Wachstumsphase in andere Cannabinoide umgewandelt wird. Dennoch kann bereits jetzt gesagt werden, dass CBG ein ebenso wertvoller Stoff wie CBD und THC ist und in der Medizin nicht einfach ignoriert werden kann. Wie sich die nächsten Jahre entwickeln wird sich zeigen, wobei die Untersuchungen und Studien von CBG Öl bereits jetzt schon auf Hochtouren laufen.