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Biomarkertests optimieren die Therapieauswahl bei fortgeschrittenem NSCLC

von NFI Redaktion

OBERSTE ZEILE:

Der Einsatz von Biomarker-Tests zur Auswahl der Erstbehandlungsoptionen bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) führt zu besseren Patientenergebnissen. Neue Erkenntnisse stützen bestehende Leitlinien, die eine umfassende Genomprofilierung vor der Behandlung dieser Patienten empfehlen.

METHODIK:

  • Biomarkertests wie ALK und EGFR werden bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC vor Beginn der Immuntherapie immer noch zu selten eingesetzt, obwohl Leitlinien dies empfehlen. Der Verzicht auf Biomarker-Tests kann dazu führen, dass Patienten nicht von der Präzisionsonkologie profitieren und eine suboptimale Versorgung erhalten.
  • In einer aktuellen Studie untersuchten Forscher die Ergebnisse von Patienten, die basierend auf ihren Biomarker-Testergebnissen die optimale Erstbehandlung erhielten. Dabei analysierten sie Daten von 359 US-Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem NSCLC, die zwischen März 2019 und Februar 2020 erstmals diagnostiziert wurden und zwischen Juni 2014 und März 2022 eine ALK-Neuordnung oder EGFR-Mutation mittels umfassender genomischer Profilierung aufwiesen.
  • Gemäß den Richtlinien des National Comprehensive Cancer Network erhielten 78 % der Patienten eine optimale Therapie und 22 % eine suboptimale Behandlung.
  • Die Studie verglich die Zeit bis zur nächsten Behandlung, die Zeit bis zum Absetzen der Behandlung und die Inanspruchnahme von Gesundheitsversorgung zwischen den beiden Gruppen.

ERGEBNISSE:

  • 53,6 % der Patienten in der optimalen Gruppe unterzogen sich vor Beginn der Erstlinientherapie umfassenden genomischen Profilierungstests, verglichen mit 20,3 % in der suboptimalen Gruppe (P < .0001).
  • Die mittlere Zeit bis zur nächsten Behandlung war bei Patienten, die eine optimale Erstlinientherapie erhielten, deutlich länger (11,2 vs. 4,4 Monate).
  • Patienten in der optimalen Gruppe hatten auch eine deutlich längere mittlere Zeit bis zum Absetzen der Behandlung (10,4 vs. 1,9 Monate) und benötigten weniger Notaufnahmen (0,76 vs. 1,27) und ambulante Besuche (22,9 vs. 42,7) als die suboptimale Gruppe.
  • Die suboptimale Gruppe hatte in den 12 Monaten nach Therapiebeginn höhere Raten an Neutropenie, Tinnitus und Pneumonitis.

PRAXISBEZUG:

Die Ergebnisse legen nahe, dass die Behandlung auf Basis von umfassender genomischer Profilierung mit besseren Gesundheitsergebnissen verbunden ist und unterstützen die Empfehlungen von Fachgesellschaften, dass NSCLC-Behandlungsentscheidungen auf die Biomarker eines Patienten zugeschnitten sein sollten.

QUELLE:

Die Studie wurde von Adam C. Powell, PhD, von Payer+Provider Syndicate, Newton, Massachusetts, geleitet und am 8. Januar online im Journal of the National Comprehensive Cancer Network veröffentlicht.

EINSCHRÄNKUNGEN:

Krankenakten der Patienten waren nicht verfügbar, die Patienten wurden nicht nach Krankheitsstadium oder Subtyp kategorisiert, und es könnte zu Ungenauigkeiten bei den Diagnosecodes in den Ansprüchen gekommen sein. Die Gründe für suboptimale Behandlungen waren ebenfalls nicht bekannt.

OFFENLEGUNG:

Die Quelle der Studienfinanzierung wurde nicht bekannt gegeben. Powell gab an, bei Payer+Provider Syndicate angestellt zu sein und Eigentümer dieses Unternehmens zu sein. Andere Autoren waren Angestellte und Aktionäre von Guardant Health.

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