Home Medizin Aufklärung ihrer vielfältigen Rolle bei entzündlichen Darmerkrankungen und Wechselwirkungen mit der Darmmikrobiota

Aufklärung ihrer vielfältigen Rolle bei entzündlichen Darmerkrankungen und Wechselwirkungen mit der Darmmikrobiota

von NFI Redaktion




Neutrophile: von IBD bis zur Darmmikrobiota

In einem kürzlich veröffentlichten Artikel in der Zeitschrift Nature Reviews Gastroenterology and Hepatology untersuchen Forscher die verschiedenen Rollen von Neutrophilen bei entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) und beleuchten ihre Interaktionen mit der Darmmikrobiota.

Studie: Neutrophile: von IBD bis zur Darmmikrobiota

Bildquelle: BioFoto / Shutterstock.com

Hintergrund

IBD, zu dem Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören, entsteht durch genetische, mikrobielle und umweltbedingte Faktoren. Mutationen mit Funktionsverlust können zu einer verminderten angeborenen Immunantwort, einer Unterdrückung der Mikrobiota-Kontrolle, sekundären Entzündungen und Gewebeschäden führen. Neutrophile sind bei IBD, insbesondere Morbus Crohn, von entscheidender Bedeutung, obwohl diese Zellen weniger untersucht wurden als andere Immunzellen wie T-Zellen. Daher ist weitere Forschung erforderlich, um die komplexe Rolle von Neutrophilen bei IBD und ihre Interaktionen mit der Darmmikrobiota vollständig zu verstehen.

Vielfalt und Plastizität der Neutrophilen

In jüngster Zeit wurde die bemerkenswerte Heterogenität und Anpassungsfähigkeit von Neutrophilen sowohl in Bezug auf Gesundheit als auch Krankheit gezeigt. Besonders bei IBD haben Neutrophile unterschiedliche Phänotypen und Funktionen. Diese neuen Erkenntnisse stellen die traditionelle Sichtweise von Neutrophilen als einfache antimikrobielle Zellen in Frage und unterstreichen ihre Rolle bei der Modulation von Immunantworten und der Interaktion mit der Mikrobiota. Jüngste Fortschritte haben zur Identifizierung mehrerer Neutrophilen-Subtypen geführt, deren genaue funktionelle Unterschiede jedoch noch unklar sind.

Doppelte Rolle von Neutrophilen bei IBD

Neutrophile sind sowohl für die Abwehr der Darmbarriere als auch für die Verstärkung von Entzündungen und Gewebeschäden bei IBD von Bedeutung. Ihre Rekrutierung in der Darmschleimhaut kann zu einer Störung der Epithelbarriere führen und Entzündungen verschlimmern. Einige Untergruppen von Neutrophilen spielen jedoch auch eine schützende Rolle bei IBD, indem sie die Gewebereparatur und die Auflösung von Entzündungen unterstützen. Das Verständnis dieser Einflüsse ist der Schlüssel zur Entwicklung gezielterer Therapien.

Neutrophile, Mikrobiota und IBD

Über 350 IBD-Anfälligkeitsgene sind eng mit Neutrophilenfunktionen verbunden, was die Bedeutung dieser Zellen für die Krankheitsentwicklung, insbesondere an der Schnittstelle zwischen Wirt und Mikroorganismus, unterstreicht. Die komplexe Beziehung zwischen Neutrophilen, der Darmmikrobiota und IBD ist für die Entwicklung neuer Therapiestrategien von entscheidender Bedeutung. Durch gezielte Ausrichtung auf dieses Zusammenspiel kann es möglich sein, den ungedeckten medizinischen Bedarf bei der IBD-Behandlung zu decken.

Regulierung der Neutrophilenfunktionen durch Mikrobiota

Die Mikrobiota hat einen erheblichen Einfluss auf die Funktionen von Neutrophilen und beeinflusst ihre Entwicklung, Rekrutierung, Aktivierung und Reifung. Diese Beziehung wird bei entzündlichen Erkrankungen wie IBD besonders deutlich, wo die direkten Wechselwirkungen zwischen Mikrobiota und Immunzellen verstärkt sind. Die Mikrobiota beeinflusst die Produktion von Neutrophilen im Knochenmark und auch deren Aktivierung und Reifung. Darüber hinaus können Mikrobiota-abgeleitete Faktoren, wie Probiotika und kurzkettige Fettsäuren, die Funktionen von Neutrophilen beeinflussen.


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