Home Medizin ADHS-Plus-Komorbiditäten stehen im Zusammenhang mit einem höheren Schizophrenierisiko

ADHS-Plus-Komorbiditäten stehen im Zusammenhang mit einem höheren Schizophrenierisiko

von NFI Redaktion

OBERSTEN ZEILE:

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass ADHS und komorbide psychiatrische Störungen mit einem zweifach erhöhten Risiko für Schizophrenie verbunden sind.

METHODIK:

  • Die Forscher analysierten die Daten von 211.705 Personen im Alter von 5 bis 19 Jahren, bei denen im Zeitraum 2010–2018 ADHS diagnostiziert wurde, aus der Datenbank des Health Insurance Review and Assessment Service in Südkorea.
  • Teilnehmer mit vorheriger Schizophrenie- oder Psychosediagnose wurden ausgeschlossen.
  • Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen aufgeteilt – eine Gruppe mit psychiatrischer Komorbidität innerhalb eines Jahres nach der ADHS-Diagnose und eine Gruppe ohne psychiatrische Komorbidität.

WEGBRINGEN:

  • 37% der ADHS-Patienten hatten mindestens eine komorbide psychiatrische Störung.
  • Teilnehmer mit einer psychiatrischen Komorbidität hatten ein 2,1-fach erhöhtes Risiko für eine Schizophrenie-Diagnose im Vergleich zu Teilnehmern ohne Komorbidität.
  • Das Schizophrenierisiko stieg mit jeder zusätzlichen Komorbidität, wobei Teilnehmer mit drei oder mehr Komorbiditäten ein vierfach erhöhtes Risiko hatten.
  • Psychiatrische Komorbiditäten, die einen starken Zusammenhang mit Schizophrenie zeigten, waren Autismus-Spektrum-Störung, geistige Behinderung, Tic-Störung, Depression und bipolare Störung.

IN DER PRAXIS:

Die Forscher betonen die Notwendigkeit einer sorgfältigen Überwachung psychiatrischer Komorbiditäten bei ADHS-Patienten, um das Risiko für Schizophrenie zu verringern.

QUELLE:

Soo Min Jeon, PharmD, PhD, von der Jeju National University in Jeju, Südkorea, leitete die Studie, die am 30. November 2023 online veröffentlicht wurde in JAMA-Netzwerk geöffnet.

EINSCHRÄNKUNGEN:

Die Möglichkeit einer Unter- oder Überdiagnose der Störungen aufgrund von Diagnosecodes kann nicht ausgeschlossen werden. Einige Patienten mit ADHS suchten möglicherweise keine spezifische psychiatrische Behandlung aufgrund von Stigmatisierung.

OFFENLEGUNG:

Die Studie wurde vom Basic Science Research Program des Bildungsministeriums und dem Health Insurance Review and Assessment Service finanziert. Weitere Informationen zum Autor sind im Originalpapier verfügbar.

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