Alexander von Zagareli

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Zagareli als Schotte

Alexander Anton von Zagareli (auch Cagareli geschrieben; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:ISO15924:97: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * 27. Novemberjul. / 9. Dezember 1844greg. in Kaspi, Gouvernement Tiflis[1]; † 12. November 1929 in Tiflis[2][3]) war ein georgischer Sprachwissenschaftler. Er war Professor der Linguistik an der Universität Sankt Petersburg und Mitbegründer der Staatlichen Universität Tiflis.

Leben

Nach dem Schulbesuch am Klassischen Gymnasium Tiflis studierte Zagareli Philosophie und Geschichte an den Universitäten Wien, München, Tübingen und Sankt Petersburg. In Tübingen schloss er sich im Wintersemester 1869/1870 der Studentenverbindung Landsmannschaft Schottland an.[4] Hier wurde auch der Grundstein für die lebenslange Freundschaft zu dem Altphilologen Ernst von Mohl gelegt.

Nach seiner Promotion in Moskau wurde Zagareli 1872 in Sankt Petersburg habilitiert. Seine Habilitationsschrift trägt den Titel Vergleichende Prüfung der Morphologie der iberischen Gruppe der kaukasischen Sprachen. Er wurde dann Dozent an der Universität St. Petersburg für georgische Literatur. 1886 wurde er zum Professor an der Fakultät für Orientalische Sprachen berufen und leitete den Lehrstuhl für armenische und georgische Studien.[5]

Zu seinen bekanntesten Schülern zählt Nikolai Marr. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit Zagareli habilitierte sich dieser nicht für Georgisch, sondern für Armenisch.[6] Der Grund hierfür dürfte wohl in Marrs polemischen, gegen Zagareli gerichteten Aufsatz von 1888 liegen. Die darin enthaltene Hypothese von einer georgisch-semitischen Sprachverwandtschaft hatte Marr bereits im vierten Semester (1886) aufgestellt und damit der damals herrschenden Überzeugung von der isolierten Stellung der georgischen Sprache, der auch Zagareli anhing, widersprochen, ohne jedoch wissenschaftliche Beweise anzuführen. Gegen den ausdrücklichen Rat seiner Professoren veröffentlichte er seine Thesen zwei Jahre später.[7]

Über ein halbes Jahr hundert war Zagareli an der Uni Sankt Petersburg tätig. 1922 verließ der fast 80-Jährige Russland und nahm akademische Positionen an der von ihm mitbegründeten Staatlichen Universität Tiflis an. Anerkennung erlangte er ferner durch die Übersetzung vieler bedeutender georgischer Schriften unter anderem in die deutsche, englische, französisch und russische Sprache.

Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Pantheon von Tiflis (Grab Nr. 42).

Ehrungen

Publikationen

  • Die grammatische Literatur der georgischen Sprache. Tipografija Imperatorskoj Akademii Nauk, Sankt Petersburg 1873
  • Nachrichten über Denkmäler des georgischen Schrifttums. Tipografija Imperatorskoj Akademii Nauk, Sankt Petersburg 1886
  • Urkunden und andere historische Dokumente des 18. Jahrhunderts, die sich auf Georgien beziehen. Sankt Petersburg 1891

Literatur

  • Georgij A. Klimov: Einführung in die kaukasische Sprachwissenschaft. Buske, Hamburg 1994. ISBN 3-87548-060-0
  • Franco Zizzo: Die internationale Komponente des Korporationsstudententums. Eine Darstellung unter besonderer Berücksichtigung des CC und seiner Voräuferverbände, in: Historica Academia Band 39, Zwischen Weltoffenheit und nationaler Verengung. Würzburg 2000.
  • Bianka Pietrow-Ennker: Kultur in der Geschichte Russlands. Räume, Medien, Identitäten, Lebenswelten. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-36293-8, S. 73.

Weblinks

Commons: Alexander Zagareli – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ალექსანდრე ცაგარელი (georgisch, gesichtet 15. September 2011)
  2. Барамидзе А. Г. Цагарели Ал. // Краткая литературная энциклопедия / Гл. ред. А. А. Сурков. — М.: Сов. энцикл., 1962—1978. — Т. 8: Флобер — Яшпал. — 1975. — Стб. 365. (russisch)
  3. Alexander Antonowitsch Zagareli(russisch) (Memento vom 6. Juli 2013 im Internet Archive)
  4. Erich Faul (Hrsg.): Landsmannschaft Schottland zu Tübingen - Liste aller Bundesbrüder 1849-1959. Stuttgart 1969.
  5. Bianka Pietrow-Ennker: Kultur in der Geschichte Russlands: Räume, Medien, Identitäten, Lebenswelten. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2007, ISBN 978-3-525-36293-8, S. 73.
  6. Gerhard Deeters: "Die Sprachwissenschaft in der Sowjetunion", in: Bolschewistische Wissenschaft und "Kulturpolitik", Königsberg und Berlin: Ost-Europa-Verlag, 1938, Seite 244.
  7. Annette Kabanov: Ol'ga Michajlovna Frejdenberg (1890-1955): Eine sowjetische Wissenschaftlerin zwischen Kanon und Freiheit. Harrassowitz, Wiesbaden 2002, ISBN 978-3-447-04607-7, S. 157 f.