Home Medizin 500-mg-Kalziumtablette schützt vor Präeklampsie

500-mg-Kalziumtablette schützt vor Präeklampsie

von NFI Redaktion

Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Studie ergab, dass die Einnahme von 500 mg Kalzium pro Tag das Risiko für Präeklampsie bei schwangeren Frauen ebenso effektiv verringert wie höhere Dosen. Laut der Studie reduziert die niedrigere Kalziumdosis auch fast genauso gut das Risiko von Frühgeburten im Vergleich zu der von der Weltgesundheitsorganisation empfohlenen höheren Dosis.

Präeklampsie tritt bei bis zu 8 % der Schwangerschaften auf und kann weltweit zu 45.000 Todesfällen bei Müttern führen. Die US-amerikanischen Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten schätzen, dass Präeklampsie bei etwa einer von 25 Schwangerschaften auftritt. Bei schwarzen Frauen ist die Wahrscheinlichkeit, an Präeklampsie zu erkranken, 60 % höher als bei weißen Frauen.

Die Einnahme von Kalziumzusätzen gemäß den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation verringert das Risiko für Präeklampsie. Die WHO empfiehlt eine tägliche Kalziumergänzung im Bereich von 1500 mg bis 2000 mg zusammen mit einer 30-60 mg Eisentablette für schwangere Frauen, die nicht genügend Kalzium über die Nahrung aufnehmen.

Die Ergebnisse der Studie deuten darauf hin, dass die WHO-Richtlinien in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen möglicherweise nicht umgesetzt werden, was zu einem reduzierten Zugang zu Kalziumergänzungen führt. Die Forscher schlagen vor, pharmakokinetische Studien durchzuführen, um den Wirkmechanismus von Kalzium bei der Vorbeugung von Präeklampsie zu klären.

Die randomisierte Doppelblindstudie mit 11.000 schwangeren Frauen in Tansania und 11.000 schwangeren Frauen in Indien ergab, dass unabhängig von der täglichen Kalziumzufuhr das Risiko für Präeklampsie bei Frauen in beiden Dosierungsgruppen vergleichbar war.

Die Studieautoren betonen, dass die Ergebnisse an die WHO weitergegeben werden sollten, um möglicherweise die globalen Richtlinien zur Schwangerschaftsvorsorge zu ändern und ein Ziel für eine niedrigere Kalziumergänzung zu unterstützen.

Die Ursachen von Präeklampsie sind vielfältig, und es besteht noch Unklarheit darüber, wie genau Kalzium zur Vorbeugung beiträgt. Während bei anderen Medikamenten wie niedrig dosiertem Aspirin der pharmakokinetische Weg klarer ist, werden pharmakokinetische Studien bei Kalziumpräparaten gefordert, um den Wirkmechanismus zu untersuchen.

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