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Naturfreunde im Gespräch: Maritta Strasser, Bundesgeschäftsführerin der NaturFreunde Deutschlands
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© NaturFreunde Deutschlands   

Seit 1. Juli 2018 ist Maritta Strasser die neue Bundesgeschäftsführerin der NaturFreunde Deutschlands. Sie folgt Hans-Gerd Marian, der sich nach seiner langjährigen Tätigkeit für die NaturFreunde Deutschlands in den Ruhestand zurückzieht. Im Interview erzählt Maritta von ihren Vorstellungen und Plänen.  

Mit über 70.000 Mitgliedern sind die NaturFreunde Deutschlands der zweitgrößte Mitgliedsverband der Naturfreunde Internationale. Wo siehst du Eure Stärken und Eure Prioritäten für die zukünftige Arbeit?
Bei den NaturFreunden Deutschlands gibt es so viel Aktivität: Sportausbildungen, Reisen, eigene Häuser, Naturschutzprojekte, Kulturangebote … Die NaturFreunde leisten enorm viel, und das allermeiste davon ehrenamtlich. Davor habe ich großen Respekt.  
Aber das spricht sich zu wenig herum. Wir sollten selbstbewusster werden. Wir haben viel zu bieten! Wir sollten die vielen Menschen, die bei uns Sport treiben oder zu Gast sind, noch viel konsequenter einladen, auch bei uns Mitglied zu werden.

Wo siehst du persönlich die größten Herausforderungen?
Ich möchte die NaturFreunde auf einen Mitglieder-Wachstumskurs bringen, damit wir auf Dauer eine Zukunft haben. Deshalb will ich mehr für eine wirksame Öffentlichkeitsarbeit tun. Ich möchte auch für einen Kulturwandel innerhalb des Verbandes werben. Ich möchte, dass wir offener werden, einladender – und ganz besonders junge Menschen ansprechen. Die Zusammenarbeit mit der Naturfreundejugend ist mir deshalb sehr wichtig.


Die NaturFreunde Deutschlands bezeichnen sich als „politischer Freizeitverband“. Was genau ist darunter zu verstehen? Und welchen Stellenwert hat für Euch die politische Arbeit – auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene?

Wir sind quasi das Lagerfeuer, an dem sich die Menschen versammeln, die der Überzeugung sind, dass in diesem Land etwas ganz grundsätzlich falsch läuft: Die Natur wird immer rücksichtsloser ausgebeutet, um Reichtümer anzuhäufen, von denen immer weniger Menschen profitieren. Als Einzelne sind wir machtlos, nur gemeinsam können wir etwas ändern. Weil nicht nur die Natur, sondern auch der Mensch Erholung braucht, kämpfen wir nicht nur gemeinsam, sondern genießen auch gemeinsam Sport und Freizeit. 
Es braucht uns mehr denn je. Die Parteien haben für die Herausforderungen unserer Zeit immer weniger Antworten. Ihre Kraft schwindet. Somit ist es an der Zivilgesellschaft, gesellschaftliche Alternativen zu formulieren – zur Politik der Abschottung, zur Umverteilung von unten nach oben und zur rücksichtslosen Ausbeutung unseres Planeten. 


Ein wichtiges Ziel der internationalen Naturfreunde-Arbeit ist es, die Werte unserer Bewegung wie zum Beispiel internationale Solidarität erlebbar zu machen und einen aktiven Beitrag zu leisten, etwa mit dem Naturfreunde KlimaFonds oder auch mit der Landschaft des Jahres im Grenzgebiet von Senegal und Gambia. Wie wichtig ist aus deiner Sicht internationales Engagement für eine Bewegung wie die Naturfreunde?
Ich finde das globale Engagement sehr wichtig, aus zwei Gründen: Erstens machen Klimawandel und erschöpfte globale Ressourcen nicht an Grenzen halt – es sind globale Probleme, die sich nur in einer gewaltigen globalen Kraftanstrengung lösen lassen. 
Zweitens ist Solidarität unser zentraler Wert und Solidarität kann keine Grenzen kennen, wenn sie ernst genommen wird. Denn die Ausgrenzung, die Begrenzung von Unterstützung nur auf bestimmte Menschengruppen ist zutiefst unsolidarisch. Weil wir alle Menschen sind, wollen wir an Rechten gleich und frei sein. Unsere Vielfalt ist unser Reichtum.

(Juli 2018)

 

  

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