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Naturfreunde im Gespräch: Mamadou DIALLO, Generalsekretär der Naturfreunde Senegal (ASAN)
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© Doris Banspach

Mamadou Diallo, der Generalsekretär der Naturfreunde Senegal (ASAN), hat in seiner Rede anlässlich der Eröffnung der Landschaft des Jahres Senegal/Gambia seine große Freude darüber zum Ausdruck gebracht, dass ASAN nun für die nächsten beiden Jahre im Mittelpunkt der internationalen Naturfreunde-Aktivitäten stehen wird.
Im Gespräch mit der NFI erzählt er von der Bedeutung der Initiative für die Region und für seinen Verband und von seinen Visionen für die Zukunft. 

In deiner Eröffnungsrede hast du deine Begeisterung über die neue Landschaft des Jahres Senegal/Gambia kundgetan. Neben sehr vielen TeilnehmerInnen aus der Region und den Nachbarländern sind auch über 40 NaturfreundInnen aus Europa angereist, um an den Feierlichkeiten teilzunehmen und im Anschluss die Region kennen zu lernen. Was bedeutet diese große Aufmerksamkeit für die Naturfreunde Senegal?

Für uns, die Naturfreunde Senegal, ist es eine große Ehre und ein Zeichen der Freundschaft und der Wertschätzung, die uns die NFI entgegenbringt. Die Organisation der "Landschaft des Jahres" 2018/2019 den Naturfreunden Senegal, einer afrikanischen Naturfreunde-Organisation, anzuvertrauen, ist in der Tat eine Premiere in der Geschichte der Naturfreunde-Bewegung. Ihr gebt uns erneut die Gelegenheit, unseren Dank an die Verantwortlichen der NFI sowie an die zahlreichen TeilnehmerInnen, die aus Europa und Afrika angereist sind, auszusprechen – sie haben die offizielle Eröffnung der Landschaft des Jahres durch ihre Anwesenheit bereichert.



Was sind für dich die Besonderheiten der Region, die du den BesucherInnen gerne vermitteln möchtest?

 

 Wie ihr wisst, gibt es im Senegal viele Dinge zu entdecken, es ist ein Land mit großer Biodiversität, mit vielen verschiedenen Ökosystemen, mit vielen außergewöhnlichen Touristenattraktionen und einer lebendigen Kultur. Außerdem sind die SenegalesInnen, auch gerade wegen ihrer ethischen und sprachlichen Vielfalt, ein wunderbares Volk, sehr gastfreundlich und sehr offen. Im Rahmen unserer Aktivitäten haben wir mehrere sehr interessante Ökotouren für TouristInnen zusammengestellt, die wir unseren Gästen ans Herz legen. 
Abgesehen von den unterschiedlichen geographischen Zonen, die unser Land umfasst, wäre es für TourstInnen interessant, die Insel Gorée zu besuchen, ein Zeugnis jahrhundertelanger Sklaverei und des Sklavenhandels, oder den See Lac Rose, die verschiedenen Museen in der Hauptstadt, die Kunstmärkte und das Denkmal der Wiedergeburt Afrikas. Diejenigen, die in der Nähe von Dakar bleiben möchten, können das Reservat Bandia besuchen, und dort Giraffen, die Riesen-Elenantilope, verschiedenste andere Antilopenarten, Affen, Büffel usw. zu beobachten; sie können auch den Badeort Saly besuchen, auf dem Weg dorthin kommen sie bei Poponguine vorbei und an den Wäldern mit Affenbrotbäumen (Baobab), den Bäumen, die alles heilen. 
Auf der Nordtour können die BesucherInnen Saint Louis entdecken, die alte Hauptstadt Senegals und Weltkulturerbe, mit seinen historischen Monumenten (Hotel Mermoz, Brücke Faidherbe, Gouverneurspalast), dem Fischerdorf Goxxu Mbathie, die Langue de Barbarie, die farbenfrohe und
lebhafte Rückkehr der Fischer, die traditionellen Dörfer der Mauren und Peulhs, und nicht zu vergessen das Reservat Gueumbeul und den Vogelpark von Dioudj, dem weltweit dritten nationalen Vogelschutzgebiet mit seinen Tausenden Vögeln und Pelikanen.
Jene, die sich für Religion interessieren, können Tivaouane, die Hauptstand von Tidjanisme, besuchen sowie Touba, die Hauptstadt von Mouridisme und Kaolack, die Hauptstadt von Niassènes, … Alle, die sich für die großartige Natur und Kultur interessieren, sollten die Regionen Tambacounda und La Casamance nicht verpassen.
Für die Tour d´Horizon in diesem Jahr haben wir den NaturfreundInnen vorgeschlagen, die Grenzregion zwischen Senegal und Gambia zu besuchen. Hier kann man "Senegambia" entdecken, mit seinem besonderen Ökosystem – eine geographische Region mit großer biologischer Vielfalt, vielfältiger Kultur und unterschiedlichsten Menschen.

 


Ziel der Landschaft des Jahres ist es immer auch, konkrete Aktivitäten zu initiieren, die zu einem besseren Leben für die Bevölkerung beitragen. Was ist deiner Meinung nach notwendig, damit dies gut gelingt?

 

Die Durchführung des Programms wird zur Erhaltung unserer Natur, zum Kampf gegen den Klimawandel, zur Erhöhung der Biodiversität, aber vor allem zur Stärkung des Ökotourismus beitragen. Tatsächlich ist die Aufforstung mit Bäumen, die mehrfach genutzt werden können, in den Concessions (Familiengärten) geplant: Bäume mit viel Laub, die Schatten spenden, Obstbäume, um Mangelernährung zu bekämpfen und das Einkommen der Familien aufbessern, Bäume, die Brennholz liefern und so der Abholzung Einhalt gebieten, Bäume, die medizinisch von traditionellen Heilern genutzt werden – kurz gesagt, eine Aufforstung, um CO2 zu binden und damit gegen die Klimaerwärmung und den Klimawandel zu kämpfen.
Ebenso ist es eine Gelegenheit für die Bevölkerung, wieder ihr lokales kulturelle Erbe zu besuchen. Wenn Sie in Kontakt mit der vielfältigen Bevölkerung Senegals kommen, werden Sie den Reichtum und die Vielfalt ihrer Kultur bewundern. Nach der afrikanischen Tradition und der senegalesischen "Teranga" (Gastfreundschaft) werden Sie Ihre GastgeberInnen dazu bringen, Mbalakh, Yela, Ndawrabine, Sawrouba usw. zu tanzen, im Rhythmus von Tamtam, Kora, Balafon, Riti etc. Mit dem Kankourang Festival in Gambia werden die Schutzgeister aus dem heiligen Wald kommen, nicht nur, um zu tanzen und die Naturfreunde willkommen zu heißen, sondern sie werden auch auf ihre Weise zum Erfolg der "Landschaft des Jahres" beitragen.
 


Nach der sehr erfolgreichen ersten Reise durch die Landschaft des Jahres werden bereits einige weitere Reisen geplant. Welche Bedeutung hat der Tourismus für die Region und was ist notwendig, damit die Bevölkerung auch wirklich vom Tourismus profitiert? 

Der Tourismus ist ein Wirtschaftsfaktor, von dem die lokale Bevölkerung profitiert. Er kann dazu beitragen, dass die jungen Menschen in der Region bleiben und dass die illegale Emigration, mit so verheerenden Folgen wie langen  Irrfahrten, dem Verlust von Menschenleben in der Wüste und im Meer sowie moderner Sklaverei in Libyen und in anderen Ländern, eingedämmt wird.

 

 
Dennoch sollte die Bevölkerung unterstützt werden, damit sie wirklich vom Tourismus profitieren kann. Zu diesem Zweck wäre es gut, dass Touristenunterkünfte in den Dörfern geschaffen würden, dass lokale Künstler den Besuchern ihr Kunsthandwerk als Souvenirs anbieten könnten, dass Frauen
in der Landwirtschaft, in der Verarbeitung von lokalem Obst, Gemüse und Getreide sowie in der Gastronomie geschult und angestellt würden.

 

 

Die Naturfreunde Senegal blicken wie auch andere afrikanische Naturfreundeverbände auf eine sehr positive Verbandsentwicklung in den letzten Jahren zurück. Was ist für dich das Erfolgsrezept für eine gute Zukunft für die Naturfreunde? Und welche Bedeutung hat für dich dabei die Internationalität unserer Bewegung?

Es gibt kein Rezept, das Wunder bewirken kann. Nur die Arbeit zählt. Wir müssen erkennen, dass wir – wie ich meine – von drei Hauptfaktoren profitieren: 1. das Vorbild eines wunderbaren Mannes, dem verstorbenen Presidenten Alioune DIAGNE MBOR, der mit seiner Weisheit, Voraussicht und Bekanntheit die Gruppe geeint und uns viele Türen geöffnet hat. 2. in ihren Bereichen kompetente Mitglieder, die dynamisch und engagiert sind und auf freiwilliger Basis arbeiten. 3. seriöse, großzügige Partner, die genauso engagiert sind wie wir, wie die Naturfreunde Internationale, die bereit waren, uns zu begleiten und mit uns die Herausforderung anzunehmen. Ich persönlich bedauere es nicht, mir in der Vergangenheit die Freiheit genommen zu haben, die Naturfreunde Frankreichs und die NFI um eine Partnerschaft mit ASAN zu bitten.

 

Die Internationalität der Naturfreunde-Bewegung ist sehr wichtig, da sie Ausdruck einer gemeinsamen Vision ist, mit gemeinsamen Werten, Botschaften und konkreten Initiativen für den Umweltschutz, gegen den Klimawandel, gegen die Armut, zur Förderung des Ökotourismus und der internationalen Solidarität unter den Völkern. Eure Anwesenheit hier, gerade in diesen Zeiten der Spannungen auf der ganzen Welt, wird sicherlich zum gegenseitigen Verständnis und zur Annäherung der Völker und zum Frieden auf der Welt beitragen.
  

 
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