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Naturfreunde im Gespräch: Petra Müller / Vizepräsidentin der NFI
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Petra, du bist Afrika-Beauftragte der NaturFreunde Deutschlands. Warum engagieren sich die NFD in Afrika? Und wie sieht die Zusammenarbeit der NFD mit dem Afrika-Netzwerk der Naturfreunde konkret aus?

Die Naturfreunde Deutschlands pflegen schon seit vielen Jahren einen regen Austausch mit den Naturfreundeorganisationen in Senegal und Togo. Initialzündung für unsere Zusammenarbeit waren Naturfreundereisen in diese Länder. So haben wir die Aktivitäten unserer FreundInnen in den Bereichen Umweltbildung, Biodiversität und Klimawandel kennen gelernt. Das alles sind Themen, die auch bei den NFD eine große Rolle spielen. Unsere Projekte haben immer auch einen sozialen Aspekt, sodass die Menschen vor Ort einen konkreten Nutzen davon haben. 

Um die Zusammenarbeit zu intensivieren und unsere Aktivitäten zu koordinieren, haben wir 2012 das Afrika-Europa-Netzwerk der Deutschen Naturfreunde gegründet. Das Netzwerk steht allen interessierten NaturfreundInnen offen und hat einen eigenen Mail-Verteiler. Es findet jährlich ein gemeinsames Seminar mit VertreterInnen der afrikanischen Naturfreundeverbände statt. Wir befassen uns dort mit gemeinsamen Themen wie z.B. Klimagerechtigkeit, genmanipulierte Organismen oder Landgrabbing. Weitere Schwerpunkte sind der Erfahrungsaustausch über gemeinsame Projekte, Berichte über Gruppenaktivitäten bei uns und die Weiterentwicklung unserer Zusammenarbeit. Bei der Auswahl der Tagungsorte beziehen wir die jeweilige regionale Ortsgruppe ein, damit unsere afrikanischen FreundInnen auch die lokalen Aktivitäten der NFD kennen lernen.



Was sind/waren für dich bislang die Highlights in der Kooperation mit den Naturfreunden in Afrika?
Die Highlights waren und sind immer die direkten Begegnungen mit den Naturfreunden, die im Rahmen unserer Afrika-Reisen stattfinden. Das Engagement der Jugendlichen in den Umweltclubs der Naturfreunde, die Gespräche mit den Schülergruppen und den Ortsgruppen über ihre konkrete Arbeit, die sichtbaren Fortschritte und die Weiterentwickelung der Projekte zeigen, dass unsere Zusammenarbeit auf einem guten Weg ist.

Am 13. Jänner wurde die Landschaft des Jahres 2018/19 in Senegal/Gambia eröffnet – es ist die erste Landschaft des Jahres in Afrika. Anlässlich der Eröffnung organisierten die Naturfreunde eine zweiwöchige Modellreise durch Senegal und Gambia, die sogenannte Tour d‘Horizon. Welche Bedeutung hat der sanfte Ausbau des Tourismus aus deiner Sicht für die nachhaltige Entwicklung der Region?
Ich denke, dass die ausgewählte Region Potenzial für einen nachhaltigen Tourismus hat. In Janjanbureh (Gambia) bildet unser Kooperationspartner „Just Act“ beispielsweise TourismusführerInnen aus, die Natur- und Stadtführungen durchführen. Der Gambia River bietet eine weite Bandbreite für die Beobachtung der Natur am und im Wasser. Auch in Koungheul (Senegal) gibt es schon erste Ansätze zu geführten Aktivitäten in der Natur. Hier erschließt die Hauptverkehrsader das Gebiet in Richtung Tambacounda und Kedougou – eine Region, die jetzt schon touristisch etwas besser erschlossen ist. Wichtig für den erfolgreichen Ausbau eines sanften Tourismus in der Region wäre es, die bestehenden Angebote in der Landschaft des Jahres zu erweitern, indem sie mit nachhaltigen touristischen Angeboten in den angrenzenden Regionen verknüpft werden.
Alles das hat einen großen Einfluss auf die wirtschaftlich, strukturell und kulturell nachhaltige Entwicklung.

Du warst bei den Eröffnungsfeierlichkeiten und bei der Tour d'Horizon dabei. Was hat dich persönlich am meisten beeindruckt?
Es war das Zusammenspiel mehrerer Faktoren, das die Veranstaltung unvergesslich macht. Wir haben die vielfältige regionale Kultur erleben dürfen, haben das ernsthafte Interesse der regionalen Akteure an dieser Landschaft des Jahres erlebt – und ich war auch von der großen Beteiligung der Menschen aus Senegal und Gambia beeindruckt.

Welche Chancen eröffnen sich aus deiner Sicht für die Grenzregion Senegal/Gambia durch die Ernennung zur Landschaft des Jahres? Wie können Naturfreunde-Gruppen außerhalb Afrikas eine langfristig erfolgreiche Entwicklung der Region unterstützen?
Ein wichtiger Punkt ist die Vernetzung der Akteure vor Ort. Es gibt in der Region schon verschiedene Initiativen beiderseits der Grenze, da muss das Rad nicht noch einmal neu erfunden werden. Die Chancen liegen eindeutig in der Entwicklung von Kommunikationsstrukturen und gemeinsamen Handlungsplänen. Ein erster wichtiger Schritt ist bereits gemacht, da die Verbindungsstraße zwischen Senegal und Gambia ausgebaut und nun gut befahrbar ist.
Eine langfristige Unterstützung der Entwicklung in der Region wird nur in Kooperation mit den senegalesischen NaturfreundInnen gelingen. Für Naturfreunde-Gruppen , die sich engagieren wollen, ist es wichtig, sich mit den Aktivitäten der afrikanischen NaturfreundInnen vertraut zu machen. Es wäre schön, wenn sich möglichst viele Gruppen in den Jahren 2018/2019 mit dem Thema „Auswirkungen des Klimawandels in Afrika und Klimagerechtigkeit“ beschäftigen. Weiters gibt es die Möglichkeit, den Klimafonds der NFI zu bewerben. Langfristig können Gruppen und Landesverbände die Region auch über eigene Reisen unterstützen. Die Naturfreunde Senegal verfügen über eine langjährige Erfahrung in der Organisation von Reisen für Naturfreunde-Gruppen und können hier bei Bedarf Unterstützung anbieten.  

 
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