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Naturfreunde im Gespräch: Henk Schaaf | Präsident von NIVON (Naturfreunde Niederlande)
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Im November 2016 hat Henk Schaaf das Amt des Präsidenten der Naturfreunde Niederlande übernommen. In unserem Gespräch erklärt Henk, warum er sich in der Naturfreunde-Bewegung engagiert und wie er sich die Zukunft der Organisation vorstellt.

 

 

Warum engagierst du dich bei den Naturfreunden?
 
Henk Schaaf: Man hat mich gefragt, ob ich in der Gruppe von NIVON in Rotterdam (mit 1.200 Mitgliedern) mitmachen möchte. In kürzester Zeit wurde ich zum örtlichen Sekretär gewählt und wurde später stellvertretender Vorsitzender. In unserer NIVON-Zentrale haben wir viele Aktivitäten in der Natur sowie kulturelle Angebote organisiert. So wurde etwa das 90-Jahr-Jubiläum der Rotterdamer Ortsgruppe mit einem Festival gefeiert, das sehr gut besucht war.
Um auch andere Mitglieder kennen zu lernen, habe ich eine nationale Versammlung aller Ortsgruppen besucht. Als ein Mitglied des Vorstandes in Rente ging, dachte ich mir, dass das für mich interessant sein könnte. Einige Monate später wurde ich schließlich in den Vorstand gewählt. Seit damals versuchen wir, NIVON besser sichtbar und bekannter zu machen – mit dem Angebot kostenlosen Infomaterials, der Teilnahme an Messen, einem neu gestalteten Magazin usw. Aber noch viel wichtiger sind unsere speziellen Aktionen und Angebote: Kinder zahlen nichts in unseren Unterkünften, wir bieten Gutscheine/Ermäßigungen für Aufenthalte unter der Woche an, wir machen Energiesparaktionen und vieles mehr.
 
 
Du hast viel Erfahrung sowohl als Journalist als auch in der Politik – und damit eine hervorragende Basis, um die vielfältigen Aufgaben der Leitung einer der größten Naturfreunde-Organistaionen zu meistern. Was sind deine persönlichen Schwerpunkte für die kommenden Jahre?
 
Henk Schaaf: Dank meiner 40-jährigen Erfahrung als Zeitungsreporter und als ministerieller Sprecher ist es für mich ein Leichtes, an die Presse oder Regierungsverantwortliche heranzutreten. So konnte ich beispielsweise einen prominenten niederländische Politiker dafür gewinnen, die Keynote beim NFI-Kongress im Oktober 2017 zu halten. 

Wir hatten auch ein Gespräch mit dem Sozialministerium, um finanzielle Unterstützung zu bekommen für die Organisation von Kurzurlauben für Kinder aus armen Familien. Als ich das Amt des Präsidenten angenommen habe, habe ich meine Ziele dargelegt: In den nächsten Jahren möchte ich die internationalen Kontakte stärken, wir werden NIVON Young neu gründen, wir werden uns bei wichtigen Themen einbringen und eine starke Position einnehmen. Wir müssen nicht noch mehr neue und detaillierte Stellungnahmen schreiben. Nein, wir setzen lieber konkrete Handlungen und bereiten praktische Lösungen vor, Unsere Freiwilligen sehen die Ergebnisse. NIVON ist jetzt auf der Siegerstraße. In den letzten Jahren haben wir Tausende Mitglieder verloren, aber seit einem halben Jahr geht es wieder bergauf: tausend Mitglieder mehr! NIVON erlebt eine Wiedergeburt!

 
 
In vielen Ländern werden die Naturfreunde in erster Linie als Freizeit- und Sportorganisation wahrgenommen. Die politische Arbeit hat in den einzelnen Landesorganisationen einen unterschiedlichen Stellenwert. Wie siehst du die politische Arbeit der Naturfreunde?

Henk Schaaf:
NIVON war eines der ersten Mitglieder des “Fair and Green Deal” und hat die NFI-Mitglieder und auch die NFI als Organisation erfolgreich dazu bewegt beizutreten. Vor einigen Monaten ist NIVON dem Nationalen Energieausschuss beigetreten. Diese Interessensgruppe hat konkrete Vorschläge für eine Gesellschaft ohne fossile Rohstoffe vorgelegt und das Niederländische Parlament aufgerufen, diese zu ratifizieren, ähnlich wie das Pariser Abkommen.
NIVON ist in erster Linie ein Treffpunkt, ein Ort für Erwachsenen- und soziale Bildung, aber auch für Freizeitgestaltung und Erholung. NIVON ist kein politischer Klub, aber viele Dinge, die wir tun, können politische Bedeutung haben. In Diskussionen und Projekten möchten wir den Menschen den Klimawandel bewusst machen, aber auch aufmerksam machen auf den gefährdeten Frieden, auf die Bedrohung durch Nuklearwaffen sowie auf die Zukunft unserer demokratischen Welt. Unsere Werte sind: “NIVON = ehrlich, grün, sozial und tolerant”. Wir teilen die Idee einer Gesellschaft, die auf Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, auf einem demokratischen Sozialismus basiert. Ist das politisch oder nicht?
 
 
Mit mehr als 350.000 Mitgliedern ist das internationale Naturfreunde-Netzwerk eine der größten NGOs der Welt. Was unser Netzwerk verbindet, ist die Verständigung auf unsere gemeinsamen Werte wie Solidarität und globale Gerechtigkeit – aber es ist eine schwierige Aufgabe, diese Werte mit Leben zu füllen und sie für jedes einzelne Mitglied auch spürbar zu machen. Wie können wir deiner Meinung nach diesen Herausforderungen in den nächsten Jahren gerecht werden?

Henk Schaaf: Wie ich schon sagte: sich den Herausforderungen bewusst sein, diskutieren, in vielen Plattformen aktiv sein, sich in nationalen und internationalen Initiativen einbringen. Alle drei Jahre eine Grundsatzerklärung zu schreiben mag für den inneren Kreis nett sein, aber für die Außenwelt nicht interessant. Mein Rat: praktisch sein. Dann verstehen die Mitglieder, was wir tun, weil der Zugang nachvollziehbar und nicht nur theoretisch ist.

 
 
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