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Naturfreunde im Gespräch: Mag. Günter Abraham | Geschäftsführer der Naturfreunde Österreich
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© Foto Fugler/Graz

Seit Anfang Juli 2017 ist Günter Abraham neuer Bundesgeschäftsführer der Naturfreunde Österreich. Er folgt Reinhard Dayer, der den Verband 44 Jahre lang sehr erfolgreich geführt hat. Im Gespräch mit Andrea Lichtenecker erzählt Günter von seinen Beweggründen für sein Engagement für die Naturfreunde und von seinen Zukunftsplänen.

 

 

Du blickst auf eine vielfältige Karriere zurück. Was hat dich dazu bewogen, dich für die Stelle des Geschäftsführers der Naturfreunde Österreich zu bewerben?
 
Günter Abraham: Ich habe in Unzmarkt in der Steiermark eine wunderschöne Kindheit verbracht. Meine Eltern leben beide naturverbunden und haben ihre Begeisterung an uns Kinder weitergegeben. Die Naturfreunde begeistern mich als Bewegung, die sich dem Erhalt der Umwelt ebenso verschrieben hat wie der sportlichen Betätigung in der Natur. In meinen bisherigen beruflichen Tätigkeiten habe ich mich als Büroleiter von Umweltlandesrat Manfred Wegscheider und als Leiter des Fitreferates der ASKÖ Steiermark immer mit Sport und Umweltfragen befasst. Beide Themenschwerpunkte interessieren mich außerordentlich. Als die Bundesgeschäftsführung der Naturfreunde Österreich ausgeschrieben wurde wusste ich, dass ich meiner Leidenschaft folgen muss, und habe mich beworben!
 
 
Die Naturfreunde Österreich sind der mitgliederstärkste Verband innerhalb der internationalen Naturfreundefamilie. In Zeiten, in denen viele andere Naturfreundeverbände mit rückgängigen Mitgliederzahlen kämpfen, ist es in Österreich gelungen, den Mitgliederstand auf einem stabilen Niveau zu halten. Dennoch stehen auch die Naturfreunde Österreich vor großen Herausforderungen – was sind für dich die Prioritäten für die nächsten Jahre?
 
Günter Abraham: Ich habe mir zu Beginn meiner Tätigkeit einige Ziele gesetzt: Ich möchte die Naturfreunde für alle Generationen attraktiver machen, vor allem für die junge. Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie wichtig es ist, Kinder bereits in ihren frühen Jahren für die Natur und den Naturschutz zu sensibilisieren. Ich habe oft genug miterlebt, wie viel Spaß Kinder dabei haben, die Natur als Lebensraum zu entdecken und zu erkunden. Ich werde mich für ein kompetenzorientiertes Lernen einsetzen – für ein Lernen draußen, in der Natur und mit ihr.
 
Neben Kooperationen mit Schulen wird einer meiner Arbeitsschwerpunkte in der Erhaltung der alpinen Infrastruktur liegen. Die Naturfreunde betreuen in Österreich ca. 15.000 Kilometer Wanderwege und rund 140 Hütten. Der Aufwand, dieses enorme Netzwerk instand zu halten, ist fast unvorstellbar.
 
Neue Kletter- und Boulderhallen, Innovationen im technologischen Bereich, Bildungs-angebote im Umwelt- und Naturschutz, aber auch ein modernes Hüttenmanagement sollen dazu beitragen, die Mitgliedschaft bei den Naturfreunden attraktiv zu machen. Wir werden diese Ziele durch Teamgeist und Zusammenarbeit erreichen!
 
 
Die Naturfreunde werden von vielen als reiner Freizeit- und Wanderverein wahrgenommen. Die Positionierung zu politischen Themen hat in den einzelnen Landesverbänden einen unterschiedlich hohen Stellenwert und auch die Themen variieren von Gesellschaftspolitik über Freihandel bis hin zu Wegefreiheit. Was sind deine Vorstellungen für die politische Arbeit der Naturfreunde?

Günter Abraham:
Wir werden uns weiterhin dafür stark machen, dass der freie Zugang zur Natur mit dem freien Wegerecht im Wald und in Alpinregionen für alle Bevölkerungsschichten möglich ist, unabhängig von den finanziellen Verhältnissen. Es kommt immer wieder zu Konflikten zwischen Erholungssuchenden und Grundeigentümern. Wir wollen mit unseren Broschüren und Beiträgen in den Medien auch weiterhin die gesetzlichen Grundlagen kommunizieren und dort, wo es aus unserer Sicht notwendig ist, Forderungen stellen. So stehen wir für eine Öffnung der Forststraßen für alle Mountainbiker in Österreich – ein rechtlicher Standard, der in vielen benachbarten Ländern bereits erreicht ist!
Die Naturfreunde werden ihrer Rolle als Interessensvertretung für Mensch und Natur auch in der Zukunft gerecht werden. Freier Zugang zur Natur, darunter auch der freie Zugang zu Österreichs Seen, darf nicht eingeschränkt, sondern muss erweitert werden!
Unser Gruß „Berg Frei!“ ist Ausdruck dafür, alle Versuche, die das freie Wegerecht beschneiden, mit aller Kraft zu bekämpfen.
 
 
In deiner Antrittsrede hast du ein sehr schönes afrikanisches Sprichwort verwendet: „Wenn du schnell gehen willst, dann gehe alleine. Wenn du weit kommen willst, dann gehe mit anderen gemeinsam.“ Das gemeinsame Miteinander ist nicht nur zentrales Element der Naturfreundeaktivitäten, sondern prägt auch die Zusammenarbeit der internationalen Naturfreundebewegung. Welchen Stellenwert hat für dich Internationalität in Bezug auf die Naturfreunde?

Günter Abraham: Ich bin ein glühender Europäer. Die internationale Zusammenarbeit in einem vereinigten Europa halte ich für eine besonders wichtige Aufgabe. So wie wir in Familien, Ortsgruppen, und auch in Gemeinden zusammenarbeiten, so würde ich mir die Naturfreunde zukünftig auch im internationalen Kontext wünschen. Dass wir unseren Weg eben alle gemeinsam gehen.

 
 
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