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Naturfreunde im Gespräch: Urs Wüthrich-Pelloli | Präsident der Naturfreunde Schweiz
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Seit 13. Mai 2017 steht Urs Wüthrich-Pelloli an der Spitze der Schweizer Naturfreunde. Der Bildungspolitiker und ehemalige Regierungsrat startet sein Amt mit großen Plänen. Im Gespräch erzählt Urs von seinen Beweggründen für sein Engagement für die Naturfreunde und von seinen Vorstellungen für die Zukunft des Verbandes.

Du blickst auf eine langjährige politische Karriere zurück. Was hat dich dazu bewegt, dich nun für die Naturfreunde zu engagieren?
 
Urs Wüthrich-Pelloli: Ich leiste als Privatperson schon lange einen Beitrag zu einer intakten Mitwelt und bin seit den 1980er-Jahren Mitglied bei den Naturfreunden. Zu diesem Verein habe ich einen dreifachen Bezug. Einen geschichtlichen, weil die Naturfreunde aus der Arbeiterbewegung entstanden sind, wo ich auch herkomme. Einen sportlichen, weil ich mich für den Sport engagiere und gerne wandere. Und ich habe einen Wertebezug, weil ich meine, dass Freunde der Natur für diese auch Verantwortung übernehmen müssen.
 
 
Die Naturfreunde werden von vielen immer noch als reiner Freizeit- und Wanderverein wahrgenommen. Die politische Arbeit hat in den einzelnen Landesverbänden einen unterschiedlich hohen Stellenwert. Ebenso werden auf nationaler Ebene ganz unterschiedliche Themen angesprochen – von Atomkraft über Freihandel bis hin zu Wegefreiheit. Was sind deine Vorstellungen für die politische Arbeit der Naturfreunde?
 
Urs Wüthrich-Pelloli: Für mich ist es unverzichtbar, dass sich die Naturfreundebewegung bei politischen Fragen zu Natur und Landschaft wieder einmischt. Damit meine ich ausdrücklich nicht, dass die Naturfreunde zu einer politischen Partei werden oder sich nicht von einer solchen instrumentalisieren lassen. Aber die Naturfreunde müssen klar wieder ein politisches Profil erhalten und sich als Verbündete von Organisationen positionieren, die sich für nachhaltige Entwicklung und „Freunde der Natur“ engagieren.
 
 
Die Naturfreundebewegung steckt momentan in einer schwierigen Phase. Viele nationale Verbände kämpfen seit etlichen Jahren mit rückgängigen Mitgliederzahlen und dem Verlust von staatlichen Zuschüssen – etwa für die Erhaltung ihrer Häuser. Wie möchtest du hier auf nationaler Ebenen gegenwirken?

Urs Wüthrich-Pelloli: Die Entwicklung unserer Mitgliederzahlen und die Altersstruktur verschiedener Ortsgruppen machen deutlich, dass große Defizite in der Nachwuchssicherung aufgeholt werden müssen. Verschiedene Sektionen leben erfolgreich vor, dass Erneuerung in Kontinuität möglich ist. Ich bin zuversichtlich, dass dieser Erfolg ansteckend ist.
Ein für mich sehr wichtiges Thema ist die erfolgreiche und zukunftstaugliche Bewirtschaftung unserer Naturfreundehäuser. Hier müssen wir das unverzichtbare ehrenamtliche Engagement mit den Ansprüchen erhöhter Professionalität in Einklang zu bringen.
Und wie erwähnt, hat für mich persönlich die inhaltliche Profilierung und die politische Positionierung der Schweizer Naturfreunde große Priorität. Ich betrachte die Entpolitisierung unserer Bewegung als verhängnisvolle Entwicklung, eine Entwicklung, die Verlust von Identität, Profil und Alleinstellungsmerkmal bedeutet und die dazu führt, dass unsere Leitideen und Werte Worthülsen und wirkungslose Absichtserklärungen bleiben.
 
 
Du hattest in den vergangenen Jahren zahlreiche internationale Ämter inne, etwa die Schweizer Delegationsleitung und das Präsidium der Deutsch-Französisch-Schweizerischen Oberrheinkonferenz sowie die Vertretung der Schweiz im Kongress des Europarates und in der Versammlung der Regionen Europas. Welchen Stellenwert hat für dich Internationalität – gerade auch in Bezug auf die Naturfreunde-Bewegung?

Urs Wüthrich-Pelloli: Ich habe die grenzübergreifenden Begegnungen immer wieder als Bereicherung und unverzichtbare Voraussetzung für das gegenseitige Verständnis erlebt. Nur der Austausch unterschiedlicher Meinungen und Erfahrungen und die Auseinandersetzung mit Betrachtungsweisen aus einem andern Blickwinkel sorgen für gesellschaftliche Entwicklung und Stabilität. Gerade in einer immer stärker globalisierten Welt müssen sich Bewegungen wie die Naturfreunde über Landesgrenzen hinweg zu starken Netzwerken verbünden, wenn ihre Stimme bei den internationalen Entscheidungsträgern gehört werden soll. Konsequenterweise begrüße ich die Arbeit der NFI und freue mich darauf, dieses Engagement mit meinen Erfahrungen zu unterstützen.

 
 
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