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Zu Besuch im dritten Raum
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Interkulturelle Kompetenz gilt als Schlüsselqualifikation im 21. Jahrhundert. Eine wichtige Rolle spielt sie im Management von Freizeit und Tourismus. Ein kürzlich erschienener Sammelband bietet unterschiedliche Sichtweisen aus Theorie und Praxis zum Thema.

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Interkulturelles Management in Freizeit und Tourismus. Kommunikation – Kooperation – Kompetenz“, von Hartmann und Herle (Hrsg.), erschienen im Erich Schmidt Verlag (2014), 293 Seiten.

Wozu ist interkulturelles Management im Bereich Freizeit und Tourismus gut? Und braucht es überhaupt interkulturelle Kompetenzen? Dieser und vielen weiteren Fragen widmen sich TourismusforscherInnen und ExpertInnen aus dem deutschsprachigen Raum in einem Sammelband, der anlässlich der 17. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Tourismuswissenschaft entstand. Die 23 Beiträge befassen sich mit Begriffsdefinitionen und aktuellen Forschungsprojekten ebenso wie mit Praxisbeispielen und Marktanalysen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Kommunikation, Kompetenzen und Vermittlung im interkulturellen Kontext.

Interkulturell…wozu?
Mit dem Schlagwort „interkulturell“ wird im einleitenden Beitrag von Ulrich Bauer ein dritter Raum bezeichnet, auf den man „zu Besuch kommt“ (Heidi Salaverría), um sich mit dem gegenüber aus einer anderen Kultur auszutauschen und die Perspektive zu wechseln. Mehrere Autoren des Bandes argumentieren, dass die Kompetenz, sich in diesem dritten Raum bewegen zu können, eine unabdingbare Schlüsselqualifikation für das Verständnis unserer globalisierte Welt ist. Im Tourismus spielt sie aber nach wie vor eine zu geringe Rolle – woraus sich auch die Relevanz des vorliegenden Buches erklärt.

Arabellion und China
Die Stärke des Bandes ist die Vielfalt der Themen und Gedanken, die über die akademische Diskussion hinaus zum Nachdenken über aktuelle Strömungen und Fragen im Tourismus anregt. So wird etwa die Angst der Tourismustreibenden vor Aktivitäten im Nordafrikanischen Raum angesichts der Arabischen Revolution und zunehmender Bedrohung durch islamitische Gruppierungen in mehreren Beiträgen thematisiert. Zwei Beiträge widmen sich den verbreiteten Vorurteilen gegenüber Chinesischen TouristInnen in Europa und bieten interessante Außen-Perspektiven. Ebenso lassen sich dem Beitrag über „Flashpacking“ als neue Strömung nach dem „Backpacking“ viele interessante Einsichten über unsere Reisegewohnheiten abgewinnen.

Fehlende Konsistenz und Tiefe
Aus der Mannigfaltigkeit der Beiträge ergibt sich auch die Schwäche des Sammelbandes. So erscheint die Kapitelgliederung in einigen Fällen willkürlich. Darüber hinaus haben einige Beiträge nur am Rande mit interkulturellem Management zu tun und lassen es vereinzelt auch an inhaltlicher Tiefe fehlen.

Fazit
Für ExpertInnen, die sich über aktuelle Forschungsvorhaben und Themen der deutschsprachigen Tourismusforschung am Laufenden halten wollen, ist der Sammelband eine interessante Lektüre. Wer mehr über die Grundlagen von interkulturellem Management oder interkultureller Kommunikation wissen will, dem wird stattdessen zum Griff nach einem Grundlagenwerk geraten.

David Bröderbauer, Oktober 2014
 

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