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Urwald in Österreich – die letzten wilden Waldparadiese
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Rund die Hälfte Österreichs ist mit Wald bedeckt, doch nur ein Bruchteil davon befindet sich in einem natürlichen Zustand. Ein neuer Bildband veranschaulicht die Schönheit dieser letzten Urwälder und liefert Wissenwertes rund um das Thema Wald.

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Matthias Schickhofer
2013, Christian Brandstätter Verlag
ISBN 978-3-85033-697-0
€ 29,90, gebunden, 144 Seiten

Wie viele Österreicher sind schon einmal in einem Wald gestanden? Doch wohl alle, meinen Sie? Wenn Sie einen Forst - also einen Wirtschaftswald - meinen, haben Sie sicher Recht. Wenn man bei dem Wort Wald aber an eine natürliche, von Menschenhand gänzlich unberührte Wildnis denkt, sieht es ganz anders aus. Denn die heimischen Urwälder sind selten geworden und laufen Gefahr in Vergessenheit zu geraten, weshalb ihnen der Umweltschützer und Journalist Matthias Schickhofer jetzt ein Buch gewidmet hat. Da Schickhofer auch Landschaftsfotograf ist, wurde ein Bildband daraus, der mit seinen großteils hervorragenden Aufnahmen den ästhetischen Zauber der letzten heimischen Urwälder verdeutlicht.

    „Urwald in Österreich“ ist aber mehr als ein reiner Bildband. Die Einleitung sowie die Begleittexte zu den einzelnen Kapiteln bieten auch für den Laien sehr gut aufbereitete Informationen zur Naturgeschichte der europäischen Wälder, den unterschiedlichen Nutzungsformen und aktuellen Problemfeldern wie Wildverbiss, Borkenkäfer oder Verfolgung der großen Beutegreifer. So wird es vielleicht manchen Leser überraschen wenn er erfährt, dass die Fichtenwälder seiner Heimat keine naturnahe Wildnis sind, sondern in Reih und Glied aufgeforstete Flächen, denen der ursprüngliche Buchenwald weichen musste. Man lernt auch, dass der Wald nicht aufgeräumt werden muss und dass Totholz kein Abfall ist. Vielmehr stellt es einen der wertvollsten Lebensräume im Wald dar und bietet – wie die Bilder des Autors beweisen – auch einen hohen ästhetischen Reiz für das Auge des Wanderers.

    Vor allem an Wanderer und Naturliebhaber richtet sich das Buch nicht nur mit seinen Bildern. Denn am Ende der nach unterschiedlichen Waldtypen und Regionen gegliederten Kapitel gibt es Wandertipps zu ausgewählten Beispielen. Dabei hat der Autor darauf geachtet, Routen nur zu den Wäldern anzugeben, wo es bereits Wanderwege oder geführte Touren gibt, damit die sensiblen Urwaldreste nicht übermäßig gestört werden. Schickhofers Wandertipps reichen auch völlig aus, denn sie beinhalten die verschiedensten Naturwälder, darunter auch den Rothwald als größten und eindrucksvollsten Urwald Mitteleuropas.

    Das Buch wird denjenigen Lesern Freude bereiten, die schöne Naturaufnahmen schätzen, die neugierig auf Österreichs Natur sind und mehr zum Thema Wald erfahren wollen. Dass der Text mit seinen „Herr der Ringe“ - Vergleichen dabei manchmal ins Kitschige abrutscht stört vielleicht manchmal beim Lesen. Dieses Manko wird aber durch die anderen Vorzüge des Buchs aufgehoben. Besonders die enthaltenen Wanderrouten eröffnen dem Leser die Möglichkeit, die im Buch dargestellten Naturschätze selbst zu erleben. Und beim Anblick der letzten Urwälder wird der Leser vielleicht zur selben Erkenntnis wie der Naturphilosoph Henry David Thoreau kommen, der meinte: „In der Wildnis wird die Welt bewahrt“.

David Bröderbauer, März 2013
 

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